PET-Flaschensortiment mit 100 Prozent Rezyklat

Bad Dürrheimer hat als erster Mineralbrunnen in Deutschland das gesamte PET-Sortiment durch Lösungen mit 100 Prozent Rezyklat ersetzt. Mit der radikalen Umstellung setzt das Unternehmen einen Meilenstein hinsichtlich nachhaltigen Verpackungen in der Getränkebranche.

Bruchsicherer, leicht, hygienisch – die PET-Flasche bietet viele Vorteile. Für die Herstellung wird jedoch der fossile Rohstoff Erdöl benötigt und bei unsachgemäßer Entsorgung wird die Umwelt langfristig belastet. Ein Umstand, der Bad Dürrheimer Mineralbrunnen dazu veranlasst hat, eine umweltfreundlichere Alternative auf den Weg zu bringen. Bereits im Herbst 2017 fasste das Unternehmen den Entschluss, das gesamte PET-Sortiment auf 100 Prozent Rezyklat umzustellen. Es folgten lange und intensive Entwicklungs- und Testphasen. Es ist gelungen ein Verfahren zu entwickeln, mit Hilfe dessen PET-Flaschen in großer marktfähiger Menge ausschließlich aus recyceltem Plastik hergestellt werden können. Der Mineralbrunnen wird so zum Vorreiter im Bereich nachhaltige Verpackung in der deutschen Getränkebranche und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Engagement in Umwelt- und Klimaschutz.

Die größte Herausforderung

In Deutschland liegt der durchschnittliche Recyclinganteil bei PET-Flaschen derzeit bei 25 Prozent. Unsere Prozessentwicklung mit 100 Prozent Rezyklat über alle Gebindegrößen verlief sehr positiv. Aussehen und Haptik der Flaschen unterscheiden sich kaum von handelsüblichen PET-Flaschen mit weniger Rezyklatanteil.

 

 

100 Prozent Rezyklat – eine Gemeinschaftsaufgabe

Ein geschlossener Recyclingkreislauf funktioniert nur, wenn Verbraucher, Händler und Mineralbrunnen Hand in Hand verantwortungsbewusst zusammenarbeiten. Dabei nehmen Verbraucher eine Schlüsselrolle ein, denn Voraussetzung für den Recyclingprozess ist, dass die leeren PET-Flaschen im Handel zurückgegeben werden. Damit aus alten PET-Flaschen zu 100 Prozent eine neue wird, muss das genutzte Plastik geprüft, sortiert, zerkleinert, gereinigt und zu neuen hochwertigen Flaschen verarbeitet werden. Auf diese Weise wird der Kreislauf aus Produktion und Recycling vollständig geschlossen und keine neuen Ressourcen verbraucht. Dies stellt eine optimale Aufbereitung alter PET-Flaschen dar – für eine bessere Umwelt.

Die einzelnen Materialien bzw. Bestandteile der Flasche werden im Prozessabschnitt V. voneinander getrennt. (Die Darstellung des vereinfachten Recyclingprozesses finden Sie weiter unten.)

Die Verwertung einer PET-Flasche

Unsere Flasche besteht aus verschiedenen Bestandteilen und Materialien. Es gibt die PET-Flasche, den Verschluss, das Etikett und den Kleber, mit dem das Etikett befestigt ist.

Die PET-Flasche

Die PET-Flasche wird zu 98-99 Prozent wieder zu einer PET-Flasche verarbeitet. Das Material für die fehlenden 1-2 Prozent nehmen wir von den Getränke-PET-Flaschen die sonst zu weniger hochwertigen Produkten recycelt werden würden, wie z. B. zu Folien oder Fasern.

Der Verschluss

Der Flaschenverschluss besteht aus einem anderen Kunststoffmaterial und kann aktuell nicht wieder zu Flaschenverschlüssen verarbeitet werden. Das Recyclingmaterial wird nahezu vollständig zu hochwertigen Kosmetikverpackungen wie z.B. zu Flaschen für Duschgel oder Körperlotion verarbeitet. Zusammen mit unserem Lieferanten wollen wir zukünftig an einem Recycling hinzu neuen Flaschenverschlüssen arbeiten.

Das Papieretikett

Das Papieretikett lässt sich nur unter sehr hohem Aufwand in ein Altpapierrecycling überführen. Dieser Aufwand lässt sich aktuell weder ökologisch als auch ökonomisch rechtfertigen. Darum wird unser Papieretikett als Ersatzbrennstoff für Schweröl in der wärmeintensiven Industrie (z.B. in der Zementherstellung) verwertet und spart somit viele Tonnen fossile Brennstoffe ein. Aktuell arbeite wir daran unsere Etiketten aus 100% Altpapier herzustellen um somit den Papierkreislauf um eine Stufe zu erweitern.

Klebstoffreste

Der mit Abstand geringste Anteil im Recyclingprozess. Hier kann leider kein sinnvolles Recycling erfolgen. Klebstoffreste werden in der Müllverbrennung thermisch verwertet.

Der vereinfachte Recyclingprozess

Sie geben die leeren Bad Dürrheimer (I) PET-Flaschen und die PET-Rücklaufkisten in einen (II) Pfandautomat  im Handel zurück. (III) Da sich nicht alle Pfandflaschen für eine Wiederverwertung zu PET-Flaschen eignen, werden die Plastikflaschen nach ihrer Art sortiert. Nur die Flaschen mit geeignetem PET-Material fließen in den 100 Prozent Rezyklat-Kreislauf zurück. Die Flaschen werden zu (IV) PET-Flakes zerkleinert und gründlich gewaschen. (V) Die einzelnen Materialien werden im Wasser voneinander getrennt. Alles was nicht für den PET-Kreislauf geeignet ist, wird entnommen und anderweitig verwertet. Anschließend werden die Flakes zu (VI) 100 Prozent PET-Granulat geschmolzen, Pre-Forms hergestellt und neue PET-Flaschen daraus geblasen. (VII) Die PET-Flaschen werden mit Mineralwasser oder süßen Erfrischungsgetränken befüllt und (VIII) kommen in den Handel. (IX) Es folgt der Trinkgenuss mit Bad Dürrheimer. Danach dreht die Flasche eine neue Runde.